Einbruchschutz selber machen

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Die meisten Einbrüche passieren durch leicht zu öffnende Türen oder Fenster. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie Ihren Einbruchschutz selber machen. Mit starken, sicheren Tür- und Fensterverriegelungen beispielsweise können Sie Einbrechern das Eindringen erheblich erschweren. Außerdem können Sie automatische Lichtregler, Rollläden oder eine Alarmanlage installieren.

  1. Wie auf dem Präsentierteller!

    Wenn Sie Ihre Vorhänge oder Jalousien geöffnet lassen, sieht ein Einbrecher genau, wie Ihr Heim ausgestattet oder eingerichtet ist. Guter Einbruchschutz beginnt also damit, wo Sie Dinge aufbewahren und wie Ihre tägliche Routine aussieht.

    Kontrolle der Innenräume
    Achten Sie darauf, rund um Ihr Haus keine Dinge herumliegen zu lassen, mit denen sich Einbrecher Zugang verschaffen können. Lassen Sie keine (Tritt-)Leitern offen in Ihrem Garten oder in einem unverschlossenen Schuppen herumstehen. Das Gleiche gilt auch für schwere Werkzeuge – bewahren Sie diese immer sicher verschlossen auf. Halten Sie Fenster im Souterrain oder Kellerfenster geschlossen. Versehen Sie sie bei Bedarf mit Schutzgittern.

    Denken Sie wie ein Einbrecher
    Wenn ein Einbrecher keine offenen Türen oder Fenster vorfindet, bricht er diese auf. Sehen Sie sich alle potenziellen Einbruchstellen genau an. Ist es beispielsweise möglich, auf einen Baum in Hauswandnähe zu klettern und von dort aus in das Obergeschoss zu gelangen, oder über einen Balkon, eine Mülltonne, die Regenrinne oder ein Rankgitter für Kletterpflanzen? Das Toilettenfenster ist ein weiterer möglicher Einstiegspunkt.
    Einbrecher verschaffen sich oftmals ganz mühelos mithilfe einfacher Werkzeuge wie einer Zange, einem Schraubendreher oder einer Brechstange Zutritt. Machen Sie es ihnen also möglichst schwer. Dann versuchen diese ihr Glück wahrscheinlich lieber andernorts.

  2. Zylinderschloss in den Außentüren

    Wenn Sie ein einfaches Einsteckschloss in der Tür durch ein sichereres Zylinderschloss ersetzen möchten, sind einige wichtige Punkte zu beachten:
    1. Die Tiefe des Schlosses in der Tür
    2. Der Abstand zwischen dem gefederten Riegel und dem Sperrriegel (normalerweise 110 oder 72 mm)
    3. Die Länge des Zylinders entspricht der Dicke der Tür (normalerweise 60 mm)

    Wenn die Tür bereits über ein Zylinderschloss verfügt, muss der Sperrriegel oder der Sicherheitsriegel um mindestens 20 mm vorstehen. Am einfachsten lässt sich das Schloss austauschen, wenn der Schlosskörper und das Schließblech die gleiche Größe haben wie beim alten Schloss. Falls dies nicht möglich ist, wählen Sie ein Schloss mit einem größeren Stulp, damit die neuen Befestigungsschrauben an verschiedenen Stellen in das Holz der Tür eingesetzt werden können. Sie können aber auch einen zusätzlichen Sicherungsriegel an der Tür anbringen.

  3. Schließkasten

    Wenn Sie ein Schloss mit einem Schließkasten statt einem einfachen Schließblech einbauen, kann ein Einbrecher den Sperrriegel oder Sicherheitsriegel nicht einfach mit einem Schraubendreher zurückschieben. Um einen Schließkasten einbauen zu können, müssen Sie im Türrahmen eine ausreichend große Aussparung ausschneiden oder ausbohren, in die das Kastenprofil passt.

  4. Einbruchschutzriegel anbringen

    Einbruchschutzriegel verhindern, dass ein Einbrecher die Tür nach dem Entfernen des Scharnierriegels einfach heraushebt.
    Bohren Sie ca. 5 cm von den einzelnen Scharnieren entfernt ein Loch mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Tiefe von 30 mm in die Tür. Setzen Sie die Einbruchschutzriegel in die Löcher ein. Die spitzen Enden müssen dabei aus der Tür herausragen.
    Drücken Sie nun die Tür so zu, dass die vorstehenden Riegel die Stellen am Türrahmen markieren, an denen die Löcher für die Hülsen gebohrt werden müssen. Bohren Sie diese Löcher mit einem Durchmesser von 17 mm und einer Tiefe von 20 mm.
    Sie können die Hülsen jetzt in diese Löcher einsetzen. Pro Tür können Sie drei Einbruchschutzriegel anbringen.

  5. Zusatzschloss

    Wenn Sie eine Außentür besonders sicher machen möchten, können Sie an der Türunterseite ein zweites Schloss anbringen. Bringen Sie dieses zweite Schloss auf genau die gleiche Weise an wie das Hauptschloss in der Türmitte. Wenn für diese Art von Schloss nicht genügend Platz vorhanden ist, können Sie ein Kastenschloss an der Türinnenseite anbringen.

  6. Schiebetüren oder -fenster

    Wenn Sie Schiebetüren oder -fenster haben, können Sie diese mit einem Zylinderschloss versehen. Diese Schlösser haben einen Riegel, der in den Schiebeteil der Tür oder des Fensters ragt. Das Zylinderschloss wird mit einem Schlüssel betätigt. Wenn es verschlossen ist, lassen sich die Türen oder Fenster nicht öffnen.
    Dieses System lässt sich auch bei Dachfenstern und Oberlichtern wie Velux-Fenstern einsetzen. Diese Fenster werden gerne vergessen. Wenn ein Einbrecher auf das Dach gelangt, kann er den Schlossmechanismus in einem Oberlicht mit einem Schraubendreher öffnen, beispielsweise durch die Lüftungsabdeckung. In diesem Fall verhindert ein Zylinderschloss mit einem Riegel, dass das Oberlicht aufgeklappt werden kann.

  7. Mehr Sicherheit mit einem Mehrpunktschloss

    Ein Mehrpunktschloss sichert die Tür an drei verschiedenen Punkten. Die drei Schlösser werden mit nur einem Schlüssel betätigt. Der Einbau erfolgt auf die gleiche Weise wie bei einem Einzelschloss, nur erstreckt sich hier das Schließblech über die gesamte Höhe der Tür.

  8. Mehrpunkt-Kastenschloss

    Mehrpunktschlösser sind auch in Form von Kastenschlössern erhältlich (an der Oberfläche montierte Schlösser). Diese Schlösser haben den Vorteil, dass sie ohne große Umbauten an der Tür angebracht werden können. Das mittlere Schloss wird genauso angebracht wie bei einem Einzelkastenschloss. Die beiden Stangen verbinden das mittlere Schloss mit zwei Verankerungspunkten: einem an der Türoberseite und einem an der Unterseite. Sie können diese Stangen auf die erforderliche Länge zuschneiden und dann die Stangenführungen anbringen.
    Beachten Sie, dass die Stangenenden länger sein müssen als die Tür, da sie beim Schließen der Tür an der Ober- und Unterseite in die Schließbleche einrasten müssen. Bringen Sie zunächst das obere Schließblech am oberen Teil des Türrahmens an. Bohren Sie dann bei Bedarf für das untere Stangenende eine Aussparung in den Boden. Prüfen Sie schließlich noch, ob alle Teile des Stangenmechanismus leichtgängig sind.

  9. Schutzgitter an Fenstern im Souterrain oder an Kellerfenstern anbringen

    Sie können vor oder hinter Fenstern im Souterrain oder Kellerfenstern Schutzgitter oder Gitterstäbe anbringen. Oft sind einbaufertige Schutzgitter oder Gitterstäbe für Fensterrahmen in Standardgröße erhältlich. Sie können diese aber auch selber anfertigen. Unterteilen Sie die Breite des Fensterrahmens in ca. 20 cm breite Abschnitte, und markieren Sie die Stellen, an denen die Gitterstäbe angebracht werden sollen. Bohren Sie mit einem Bohrer die erforderlichen Löcher (mindestens 8 cm tief) in das Mauerwerk, oder stemmen Sie sie mit einem Meißel heraus. Prüfen Sie, ob die Stäbe in der Senkrechten und Waagerechten sicher befestigt sind, und zementieren Sie sie fest.

  10. Türspion

    Damit Sie ungebetenen Gästen nicht die Tür öffnen, können Sie einen Türspion einbauen. So können Sie zuerst nachsehen, wer vor der Tür steht, bevor Sie diese Person hereinlassen. Bohren Sie in etwa in Augenhöhe (ca. 1,65 m) ein Loch mit dem auf der Verpackung des Türspions angegebenen Durchmesser in die Tür. Schrauben Sie die beiden Teile des Türspions mit der Linse möglichst weit zusammen.

  11. Panzerriegel oder Türkette

    Eine weitere Möglichkeit, vor dem Öffnen der Tür festzustellen, wer geklingelt hat, ist ein Panzerriegel oder eine Türkette. Damit lässt sich die Tür nur einen Spalt breit öffnen, um nachzusehen, wer davor steht. Ein vollständiges Öffnen ist dabei nicht möglich.

  12. Sicherheitsfolie

    Wenn Sie selbstklebende Sicherheitsfolie anbringen, zerbricht eine Scheibe nicht in scharfkantige Teile, wenn sie zu Bruch geht. Schneiden Sie die Folie zu, und kleben Sie sie auf die Scheibe. Die selbstklebende Folie lässt sich einfacher anbringen, wenn Sie die Scheibe zuerst mit Seifenwasser anfeuchten. Dann können Sie das Wasser und noch vorhandene Luftblasen mit einem Spachtel unter der Folie herausdrücken. Einfach trocknen lassen, fertig!

  13. Ein feuerfester Tresor

    Ein solide verankerter, feuerfester Tresor ist ein guter Ort, um alle Wertgegenstände und wichtigen Dokumente vor einem Feuer und Diebstahl zu schützen. Außerdem wissen Sie so immer, wo diese sind, und Sie brauchen im Bedarfsfall nicht lange danach zu suchen. Die meisten feuerfesten Tresore sind mit einem Kombinationsschloss ausgestattet.
    Wählen Sie für den Einbau eines feuerfesten Tresors einen geeigneten Platz, beispielsweise in einem Schrank. Sie können den Tresor problemlos auf eines der Schrankregale stellen und rückseitig an der Wand befestigen. Und für wirklich professionelle Arbeiten können Sie den Tresor in eine Wandaussparung einbetonieren.

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